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Wirtschaftsjunioren Deutschland Umfrage - Lockdown bremst Wachstumspotentiale

12. April 2021

Beschreibung:

Eine Umfrage unter mehr als 1.000 jungen Unternehmer:innen, Führungskräften und Fördermitgliedern der Wirtschaftsjunioren Deutschland offenbart ein aktuelles Stimmungsbild: Die junge Wirtschaft zeigt sich in der Krise erstaunlich anpassungsfähig und innovationstark. Doch fehlende Planungssicherheit und bürokratische Hürden bremsen aufkeimende Wachstumspotentiale.
 
Die Befragung im Bundesverband zeichnet ein deutliches Bild
 
In den nächsten Wochen hat Planungssicherheit für eine Mehrheit der befragten Unternehmer:innen die höchste Priorität und das ganz deutlich vor dem Wunsch der finanziellen Entlastung durch die Politik. Aktuell muss ein Drittel der Befragten infolge der Pandemie Investitionen verschieben oder Rationalisierungen vornehmen. Die fehlende Planungssicherheit bremst hier offensichtlich Wachstumspotentiale. Um die Wirtschaft mittelfristig zu stützen, wünscht sich eine klare Mehrheit der Befragten mehr Bürokratieentlastung (77%) und ein Vorantreiben der Digitalisierung, etwa durch eine digitale Infrastruktur und e-Government (63%). Auch die Verfügbarkeit von schnellem Internet, welche bei vier von zehn Befragten (41%) aktuell nicht dem tatsächlichen Bedarf entspricht, wird in diesem Zusammenhang bemängelt.
 
Die Bürokratie erschwert zudem auch die Akzeptanz der Corona-Hilfen: Jede:r vierte Unternehmer:in (26%) beklagt zu hohe bürokratische Hürden in Verbindung mit den Fördermaßnahmen. Insgesamt hat knapp ein Drittel der befragten Wirtschaftsjunior:innen Fördermaßnahmen beantragt oder beabsichtigt dies zu tun. Viele davon haben ihre Hilfen dabei noch gar nicht erhalten, denn zum Zeitpunkt der Befragung (KW8) warteten noch 37% der Befragten auf die Überbrückungshilfe II, bei den Novemberhilfen waren es sogar 47%. In Anbetracht der Tatsache, dass 15% alle Befragten Liquiditätsengpässe vermelden und rund 3% gar die Insolvenz droht, ist die Bearbeitungsdauer für viele Unternehmen von außerordentlicher Bedeutung. Hochgerechnet auf alle Mitglieder der Wirtschaftsjunioren sind das mehr als 300 Unternehmen und umso mehr Jobs und Existenzen.
 
Junge Wirtschaft in der Krise innovativ
 
Dennoch zeigt sich die junge Wirtschaft in der Krise dynamisch und innovationsstark. Kreative Maßnahmen der Führungskräfte scheinen die Effekte der Corona-Pandemie zumindest teilweise abzufedern: Fast jede:r vierte Befragte stellt in der Krise kurzerhand das Geschäftsmodell des Unternehmens um. Nahezu die Hälfte der befragten Unternehmer:innen erschließt im Umgang mit der Krise außerdem neue Geschäftsfelder und baut die Online-Präsenz aus. Anpassungsfähigkeit ist in der Krise für junge Unternehmer:innen und Führungskräfte offensichtlich das Gebot der Stunde.
 
Die Krise geht aber nicht spurlos an der jungen Wirtschaft vorbei: Fast jede:r vierte Befragte rechnet damit, dass der Umsatz des Unternehmens 2021 im Vergleich zum Krisenjahr 2020 noch einmal um mehr als 10% sinken wird. In den Branchen Handel, Verkehr und Lagerei gilt dies sogar für ein Drittel der Unternehmen.

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